Für Geschäftsführer

IT-Sicherheitszone: Die Checkliste für Geschäftsführer

Ohne Technikwissen festlegen, wie lange Ihr Betrieb ohne IT auskommt – und dabei ein paar Dinge erledigen, die nichts kosten und sofort wirken.

Von Wladimir Belger, Geschäftsführer STE IT Service GmbH · 7. November 2026 · Quellen siehe unten

Öffnungszeiten: 24/7 an 365 Tagen im Jahr

Bedrohungen auch. Wir sind vorbereitet – sind Sie es auch?

Die meisten IT-Entscheidungen scheitern nicht an der Technik, sondern an einer einfachen Frage, die nie gestellt wurde: Wie lange hält Ihr Betrieb eigentlich durch, wenn etwas ausfällt? Ob ein Server doppelt ausgelegt sein muss, ob ein Ersatzgerät im Schrank liegt oder ob eine Wiederherstellung am nächsten Tag reicht, folgt aus genau dieser Antwort. Und die kann nur die Geschäftsführung geben.

Deshalb haben wir die IT-Sicherheitszone entwickelt: ein Blatt mit einem Augenzwinkern und eine Checkliste, die Sie in zehn Minuten ausfüllen – ohne ein einziges Fachwort. Das Ergebnis nehmen wir als Grundlage für Ihre IT-Entscheidungen.

Mit einem Augenzwinkern

Unser Tarif

Die günstigsten Sicherheitsmaßnahmen kosten nichts. Die teuerste ist die, die man sich spart.

Ein starkes Passwort0 €nichts leichter als das
Zwei-Faktor-Authentisierung (MFA)0 €macht’s aber sicher
Bildschirm sperren: Windows-Taste + L0 €eine Sekunde, zwei Finger
Rückruf vor jeder ungewöhnlichen Überweisung0 €ein Telefonat
Jede weitere AusredeIhre Seelenur eine zeitliche Verschiebung
TageshöchstsatzIhr Unternehmensehr teuer, zu vermeiden
Sofort umsetzbar

Die 0-€-Liste: Das kann jeder ab heute

Zehn Dinge für alle im Team. Kein Budget, keine Software, kein Techniker – nur Gewohnheit.

Bildschirm sperren

Wer aufsteht, drückt Windows-Taste + L. Sonst schreibt der Kollege in Ihrem Namen die Rundmail „Ich gebe morgen Frühstück aus“ – und das ist noch der harmlose Fall.

Das BSI empfiehlt außerdem eine automatische Sperre nach fünf Minuten ohne Eingabe.

Lang statt kompliziert

„123456“ war auch 2025 das beliebteste Passwort in Deutschland. Platz zwei: „123456789“. Kreativ ist anders.

Besser: mehrere zufällige Wörter aneinanderreihen und für jedes Konto ein eigenes Passwort. Ein Passwortmanager merkt sich den Rest.

Zweiten Faktor einschalten

Ein Passwort allein ist wie eine Haustür mit Schloss, aber ohne Tür.

Für E-Mail, Microsoft 365, Online-Banking und alle Portale mit Firmendaten. Viele Dienste bieten die Funktion an, haben sie aber ab Werk ausgeschaltet.

Erst denken, dann klicken

Anhänge und Links sind härter als Ihre Neugier. Klicken Sie nichts an, was Sie nicht erwartet haben.

Absender genau ansehen, mit der Maus über den Link fahren, im Zweifel beim Absender anrufen – mit der Nummer, die Sie schon kennen.

Melden statt löschen

Wer früh meldet „Ich habe da draufgeklickt“, ist kein Petzer, sondern der Held des Tages.

Eine verdächtige E-Mail an die IT weiterzuleiten kostet zehn Sekunden. Ein unbemerkter Vorfall kostet Tage.

Updates heute, nicht „später“

„Später installieren“ ist keine Strategie, sondern ein Hobby.

Updates zeitnah zulassen und den Rechner mindestens einmal pro Woche richtig neu starten, damit sie auch wirken.

Fundsachen nicht einstecken

Der USB-Stick vom Parkplatz ist kein Geschenk, sondern ein Köder.

Fremde Datenträger nicht anschließen, sondern abgeben. Gilt auch für das „vergessene“ Ladekabel im Besprechungsraum.

Passwörter bleiben geheim

Nicht im Chat, nicht in einer E-Mail, nicht auf einem Post-it.

Und niemals am Telefon: Ihre IT fragt Sie nie nach Ihrem Passwort. Wer danach fragt, ist nicht Ihre IT.

Hintergrund prüfen

Das Team-Foto für Social Media ist schön. Das Post-it mit dem WLAN-Schlüssel dahinter auch – für Angreifer.

Vor Fotos, Videos und Videokonferenzen kurz prüfen, was im Bild ist: Notizen, Bildschirme, Whiteboards.

Ordnung in der Ablage

„Irgendwo im Share“ ist keine Ortsangabe.

Klare Ordner und Freigaben: Wer braucht was? Was nicht jeder braucht, sieht auch nicht jeder.

Chefsache

Acht Regeln, die nur die Geschäftsführung einführen kann

Ebenfalls kostenlos. Sie brauchen nur eine Entscheidung und eine Rundmail.

Rückruf-Regel für Zahlungen

Bei der „Chef-Masche“ (CEO-Fraud) geben sich Betrüger als Geschäftsführung oder Lieferant aus und drängen zu einer eiligen, vertraulichen Überweisung. Inzwischen auch mit nachgeahmter Stimme.

Regel festlegen: Neue Bankverbindung oder ungewöhnliche Zahlung nur nach Rückruf über eine Nummer aus den eigenen Unterlagen – nie über die Nummer aus der E-Mail. Dazu das Vier-Augen-Prinzip und gern ein internes Codewort.

Notfallzettel auf Papier

Ihre Notfallnummern liegen auf dem Server? Der ist im Ernstfall verschlüsselt. Mit den Nummern drauf.

Eine Seite ausdrucken: IT-Dienstleister, Geschäftsführung, Bank, Versicherung, wichtige Kunden und Lieferanten. In die Schublade, nicht in die Cloud.

Offboarding am letzten Tag

Ehemalige Mitarbeitende, die noch Zugriff auf Ihr Postfach haben, sind keine Fans – sondern ein Risiko.

Konten am letzten Arbeitstag sperren, Schlüssel, Karten und Token zurücknehmen, gemeinsam genutzte Passwörter ändern.

Admin ist kein Alltagskonto

Wer mit Administratorrechten im Internet surft, gibt jedem Schadprogramm gleich den Generalschlüssel mit.

Für E-Mail und Internet ein normales Konto nutzen, Administratorrechte nur für Verwaltungsaufgaben.

Gäste ins Gast-WLAN

Der Besucher darf Ihren Kaffee trinken, aber nicht in Ihrem Firmennetz surfen.

Ein getrenntes Gast-WLAN ist bei den meisten Geräten schon vorhanden und muss nur eingeschaltet werden.

Werkspasswörter ändern

Drucker, Kameras, Router: „admin/admin“ kennen Angreifer auch.

Voreingestellte Passwörter bei allen Geräten ändern – das BSI nennt das ausdrücklich als ersten Prüfpunkt von Angreifern.

Eine Frage zum Backup

Backup täglich, Test monatlich. Ein Backup, das nie zurückgespielt wurde, ist eine Hoffnung.

Fragen Sie Ihre IT: „Wann haben wir zuletzt erfolgreich wiederhergestellt – und wie lange hat es gedauert?“ Die Antwort gehört in Ihre Checkliste.

Serverraum ist kein Lager

Kaffee im Serverraum: Ihr Problem. Kartons, Weihnachtsdeko und Wasserkocher auch.

Tür zu, abschließen, nichts Brennbares lagern. Wer keinen Schlüssel braucht, hat keinen.

Haftungsausschluss

Wir übernehmen keine Haftung für:

  • Passwörter wie 123456 – Ihre Schuld
  • USB-Sticks vom Parkplatz – auch Ihre Schuld
  • Kaffee im Serverraum – Ihr Problem
  • Datenverlust ohne Backup – Sie wissen, warum
  • „Später installieren“ seit drei Monaten – mutig
  • Post-it „Passwort: Sommer2026!“ am Monitor – kreativ, aber nein
  • Eilige Gutscheinkarten-Bitte vom „Chef“ per E-Mail – wir sagen nur: Rückruf
  • „Ich bin doch nur ein kleiner Unternehmer, warum ich?“ – haben wir gesagt

Wir wünschen einen sicheren Tag!

Ihre Entscheidungsgrundlage

Die IT-Sicherheits-Checkliste

Sie beantworten nur eine Frage pro Zeile: Wie lange darf dieser Bereich höchstens ausfallen? Ohne Fachbegriffe, ohne richtig oder falsch. Ihre Angaben bleiben in Ihrem Browser; nichts wird gespeichert oder übertragen.

Wie lange kann Ihr Unternehmen einen kompletten Umsatzausfall tolerieren, ohne dass kritische Folgen entstehen?

Pro Bereich: Wie lange darf er höchstens ausfallen? Bitte pro Zeile nur eine Antwort.

KommunikationE-Mail, Telefonie
Netzwerk und InfrastrukturFirewall, Switches, Internet
Kritische SoftwareWarenwirtschaft, Praxissoftware, Buchhaltung
EndgerätePCs, Notebooks, Tablets
GroßgeräteProduktionsmaschinen, Diagnostikgeräte
ArbeitsfähigkeitMitarbeitende können arbeiten
LieferbereitschaftKunden, Patienten, Mandanten
BackupWiederherstellungszeit nach einem Vorfall
DruckerAusdrucke, Lieferscheine, Rechnungen
ZugangskontrolleGebäude, Türen, Zeiterfassung
StromversorgungUSV, Notstromaggregat

Lieber auf Papier? IT-Sicherheitszone und Checkliste als PDF herunterladen (2 Seiten, A3), ausdrucken, ankreuzen und beim nächsten Termin mitbringen.

Was wir aus Ihren Kreuzen machen

Fachleute nennen Ihre Antwort die maximal tolerierbare Ausfallzeit, für die Technik daraus die Wiederanlaufzeit (englisch RTO). Für Sie genügt: Je kürzer die Zeit, desto mehr muss vorab vorbereitet sein.

Ihre AntwortWas das für die IT bedeutet
4 StundenDer Bereich muss weiterlaufen oder sehr schnell zurück sein: doppelt ausgelegte Systeme oder Hochverfügbarkeit, Ersatzgerät vor Ort, Ersatzleitung fürs Internet, vertraglich festgelegte Reaktionszeiten und ein geübter Ablauf.
8 StundenWiederherstellung am selben Arbeitstag: getestete Backups mit kurzer Rücksicherungszeit, Überwachung, damit Störungen früh auffallen, und ein klarer Ansprechpartner.
3 TageSolide Grundabsicherung reicht: regelmäßiges Backup, dokumentierter Wiederanlauf, Ersatz kann bei Bedarf beschafft werden.

Die erste Frage – wie lange Ihr Unternehmen einen kompletten Umsatzausfall verkraftet – legt den Rahmen fest. Sie zeigt, wie viel Vorsorge wirtschaftlich sinnvoll ist. Spannend wird es dort, wo Antworten nicht zusammenpassen: Wenn die Warenwirtschaft nach vier Stunden laufen muss, die Wiederherstellung aus dem Backup aber drei Tage dauert, liegt genau da Ihr wichtigster nächster Schritt. Die Online-Auswertung weist Sie auf solche Stellen hin.

Wichtig: Die Checkliste ersetzt keine Risikoanalyse. Sie ist der Einstieg in ein Gespräch, in dem aus Ihren Prioritäten ein Plan mit Maßnahmen und Kosten wird. Mehr zum Hintergrund finden Sie bei Cyber-Resilienz & Business Continuity und, falls Ihr Unternehmen betroffen ist, bei der NIS2-Beratung.

So geht es weiter

In drei Schritten zur Entscheidung

  1. Checkliste ausfüllen

    Online oder auf Papier, in rund zehn Minuten. Gern auch gemeinsam mit Ihren Abteilungsleitern.

  2. Gespräch mit Wladimir Belger

    Wir gehen Ihre Antworten durch, fragen nach, wo es nötig ist, und gleichen sie mit Ihrer bestehenden IT ab.

  3. Maßnahmenplan mit Prioritäten

    Sie erhalten eine verständliche Übersicht: was zuerst, was es bringt, was es kostet. Die Entscheidung bleibt bei Ihnen.

FAQ

Häufige Fragen

Brauche ich technisches Wissen, um die Checkliste auszufüllen?

Nein. Sie beantworten nur, wie lange Ihr Betrieb ohne einen Bereich auskommt. Das wissen Sie als Geschäftsführer besser als jeder Techniker. Die Übersetzung in Technik übernehmen wir.

Was passiert mit meinen Angaben?

Nichts, solange Sie es nicht wollen. Die Online-Checkliste läuft nur in Ihrem Browser und speichert oder überträgt nichts. Erst wenn Sie auf „Per E-Mail an uns senden“ klicken, öffnet sich Ihr E-Mail-Programm mit dem Ergebnis – absenden entscheiden Sie selbst.

Was ist, wenn ich überall „4 Stunden“ ankreuze?

Dann ist das eine ehrliche Antwort, und wir nehmen sie ernst. Sehr kurze Ausfallzeiten für alle Bereiche bedeuten allerdings mehr Technik und mehr Kosten. Im Gespräch legen wir deshalb gemeinsam fest, wo es wirklich auf Stunden ankommt und wo ein Tag reicht.

Ersetzt die Checkliste eine Risikoanalyse oder die NIS2-Pflichten?

Nein. Sie ist der Einstieg und eine gute Entscheidungsgrundlage für die nächsten Schritte. Wer unter NIS2 fällt, braucht ein umfassenderes Risikomanagement – siehe unsere Seite zur NIS2-Beratung.

Sprechen Sie gleich mit Wladimir Belger

Damit aus einem USB-Stick kein IT-Krimi wird. Bringen Sie Ihre ausgefüllte Checkliste mit – oder füllen Sie sie im Termin mit uns aus.